Vermögen übertragen

 
   

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DDr. Patrick Vergörer


Manchmal kann es sinnvoll sein, Vermögen zu Lebzeiten übertragen. Das ist möglich, ohne auf eigene Interessen zu verzichten. Wichtig ist, alles in Ruhe zu bedenken, die Betroffenen miteinzubeziehen und das Gewollte rechtlich abzusichern, damit das geschieht, was SIE sich wünschen.

Alle Möglichkeiten hier erschöpfend zu behandeln ist leider nicht möglich und die fachgerechte Beratung durch Anwalt, Notar, Steuerberater oder Treuhänder nicht zu ersetzen. Einige Fallbeispiele möchten wir Ihnen aber darstellen:

1. Fall: Das Ehepaar Vorsorg hat drei Kinder und bewohnt ein älteres renovierungsbedürftiges Haus, das ihnen selbst gehört, ebenso wie das unbebaute Nachbargrundstück. Die Kinder Adam und Berta sind bereits ausgezogen und haben eigene Familien. Conrad wohnt noch im Elternhaus ist aber auch schon erwachsen und auf der Suche nach einer Wohnung.
Herr und Frau Vorsorg überlegen sich folgende Lösung, die sie auch mit Ihren Kindern besprechen:
Conrad, der ohnehin eine eigene Wohnung sucht, soll das Haus überschrieben bekommen und sofort renovieren. Im Haus soll eine ebenerdige Wohnung mit eigenem Eingang errichtet werden, an der dem Ehepaar Vorsorg ein lebenslanges Nutzungsrecht eingeräumt wird. Sämtliche Betriebskosten sind von Conrad zu bestreiten. Das unbebaute Grundstück wird einem Bauträger überlassen, der einen Wohnblock errichtet und je eine große Wohnung den Kindern Adam und Berta und eine kleinere dem Conrad ins Eigentum überträgt. Diese Wohnungen können selbst benutzt oder vermietet werden.
Die Renovierung des Hauses ist jetzt, da das Ehepaar Vorsorg noch rüstig und gesund ist, leichter zu ertragen. Später haben Sie dann einen gemütlichen und ideal geplanten Alterswohnsitz, für den keinerlei Kosten mehr anfallen. Conrad und seine Familie, die er später einmal haben wird, bewohnen den Rest des Hauses. Die Abtrennung der Wohneinheiten und die separaten Eingänge garantieren ein konfliktfreies Zusammenleben. Dank des auf Lebenszeit eingeräumten Nutzungsrechtes kann das Ehepaar Vorsorg uneingeschränkt über seine Wohnung verfügen. Sie können Sie bewohnen oder vermieten, sogar dann, wenn Conrad das Haus mit der darin befindlichen Wohnung verkaufen würde.
Adams Familie nutzt die erhaltene Wohnung als Urlaubsdomizil, Berta hat ihre Wohnung vermietet. Ebenso Conrad, der damit einen Teil der Renovierungskosten finanziert. Eine ideale Lösung für Familie Vorsorg und ihre Kinder: Ohne Streit und einer fairen Verteilung von Lasten und Nutzen.

2. Fall: Herr Angstvoll ist 59 Jahre alt, besitzt eine Eigentumswohnung und hat keine Kinder aber eine langjährige Lebensgefährtin. Herr Angstvoll ist gesund und rüstig, macht sich aber Sorgen, weil sich in seinem Bekanntenkreis folgendes zugetragen hat: Ein Bekannter wurde mit 85 Jahren für Jahre zum Pflegefall. Die hohen Pflegekosten trug keine Versicherung und schließlich haben Heimleitung und Sozialamt auf die Eigentumswohnung des Pfleglings zugegriffen um die Pflegekosten zu decken. Nach mehr als sechjähriger Pflegezeit war das gesamte Privatvermögen aufgebraucht und es gab nichts mehr zu vererben.
Herr Angstvoll überlegt sich folgende Lösung: Er überträgt seine Wohnung seinem minderjährigen Neffen, dem er ohnehin alles vererbt hätte. Sich selbst und seiner Lebensgefährtin räumt Herr Angstvoll ein Wohnrecht auf Lebenszeit ein, das auch ins Grundbuch eingetragen wird. Sollte Herrn Angstvoll in einigen Jahren das Schicksal seines Bekannten ereilen und er ein Pflegefall werden, kann niemand auf die Wohnung zugreifen, die ihm ja nicht mehr gehört, in der er aber trotzdem wohnen darf. Wenn er ins Heim muß, kann seine Lebensgefährtin weiter ihr Wohnrecht nutzen. Später wird der Neffe, der schon grundbücherlicher Eigentümer der Wohnung ist, ganz über die Wohnung verfügen können. Wenn die Wohnung erst bei Eintritt des Pflegefalls an den Neffen übertragen worden wäre, könnte diese Übertragung möglicherweise angefochten werden, weil sie offensichtlich zum Nachteil der Gläubiger (Pflegekosten) verschoben worden ist. Durch die rechtzeitige Übertragung bleibt die Wohnung sicher dem Neffen, ganz nach dem Wunsch von Herrn Angstvoll.

3. Fall: Frau Einsam hat sehr wenig Kontakt zur ihrer Familie, was sie sehr bedauert, aber leider nicht zu ändern ist. Finanziell ist sie gut versorgt und denkt manchmal darüber nach, was mit ihrem kleinen Vermögen passieren wird, wenn sie irgendwann neben ihrem verstorbenen Mann auf dem Friedhof liegt. Alles möchte sie eigentlich nicht den Verwandten überlassen, denen es ohnehin nicht schlecht geht.
Frau Einsam faßt einen Entschluß: Da sie eigentlich viel mehr hat, als sie zum Leben braucht, überträgt sie die Hälfte ihres Vermögens dem privaten Integrationskindergarten in der Nachbarschaft. Sie hätte dem Kindergarten auch einen Teil ihres Vermögens vererben können, aber dann hätte sie sich nicht mehr mit den Kindern über den mit ihrem Geld gebauten Gruppenraum freuen können und wer weiß, ob die Verwandten nicht ein Testament zugunsten des Kindergartens angefochten hätten. So kann sie sich jeden Tag beim Spazierengehen davon überzeugen, das Richtige getan zu haben. Und für die Verwandten bleibt auch noch soviel übrig, daß die zufrieden sein müssen.





Bestattungsanstalt Unschwarz, Bangarten 22, FL-9490 Vaduz, RegNr. 0002.211.249-9, FL-MWSt-Nr. 56.606, Wichtiger Hinweis